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Sambesi-Schluchten in Sambia

Januar 7, 2024

Der riesige Sambesi, viertgrößtes Flusssystem in Afrika, ist am Ende seines Oberlaufs sehr breit und flach, wenn er das große afrikanische Zentralplateau erreicht, und fließt nur langsam. Aber das nützt ihm nichts, denn er stürzt gleich mächtig ab: An den Victoriafällen in Simbabwe fallen die gewaltigen Wassermassen 110 Meter in die Tiefe und bilden den größten Wasserfall Afrikas. Hier stürzt der Sambesi auf einer Breite von gut 1,7 Kilometer in die Schlucht und zaubert Regenbögen ohne Ende. In seinem weiteren Verlauf, nun in Sambia, durchschneidet er mit hoher Fließgeschwindigkeit senkrechte Basaltwände von bis zu 250 Meter Höhe und hat im Laufe der Zeit tiefe Schluchten gebildet. Es war beeindruckend und spannend, den tosenden Absturz des Sambesi bei einem Spaziergang – Sprühregen überall! – und auch aus der Vogelperspektive zu erleben. Aufgrund der Stromschnellen, der Steinbänke, der abschnittsweise hohen Gefälle sowie der Steilhänge hat der 2.574 Kilometer lange Fluss über lange Strecken keine große Bedeutung als Verkehrsweg. Viele kleine Orte entlang des Sambesi sind nur mit Booten und Fähren erreichbar. Insgesamt sollen es nur elf Brücken sein, die das Wasser überspannen; eine davon ist die Victoria Falls Bridge direkt unterhalb der Victoriafälle. Sie bildet die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Von ihr aus schaut man beeindruckende 128 Meter tief in die Schlucht. Die Victoria Falls Bridge ist eine stählerne Bogenbrücke mit einer Spannweite von 156,5 Meter; sie geht auf Cecil Rhodes zurück, einen britischen Unternehmer und Politiker, und seinem damaligen Plan einer Eisenbahnverbindung vom südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung bis ins ägyptische Kairo. Die Brücke wurde in England entworfen, herstellt und zu den Victoriafällen gebracht und dort 1905 aufgebaut. Bauingenieuren weltweit ist die Victoria Falls Bridge ein Begriff, denn sie ist als International Historic Civil Engineering Landmark gelistetet – mithin ein Meilenstein des Bauingenieurwesens.