LOADING

Porto bitte nur mit Handtasche …

November 30, 2020

Als Portugalfan sowohl Porto als auch Lissabon zu besuchen, ist ja wohl ein Muss. Am besten, man besucht beide Städte getrennt voneinander, denn sie haben unterschiedliche Charaktere. Bei manchen Städtereisenden stehen sie in Konkurrenz. Also zuerst einmal Porto, Lissabon folgt im nächsten Jahr. Natürlich ist es Pflicht, von allen Seiten um die Ponte Luís I herumzuschleichen, immer wieder, vor allem im frühen Morgenlicht und in den Abendstunden, um diese eindrucksvolle Fachwerk-Bogenbrücke über den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia mit der Linse zu begutachten. Das Beste an Porto ist Vila Nova de Gaia, also eigentlich der Nachbarort auf der anderen Douro-Seite, denn von hier aus ist der Blick auf Porto genial. Außerdem ist es das historische Zentrum von Porto, wo sich die Portweinkeller befinden. Sie sind touristischer Magnet und stehen daher nicht unbedingt auf meiner Agenda, wohl aber der Besuch in Restaurants und Bars, in denen der unwiderstehliche Dessertwein ausgeschenkt wird. Hier war ich wenigstens als Gast willkommen! Anders als im wunderbar blau gekachelten Bahnhof Porto São Bento, wo man mich wegen Rucksack und Stativ freundlich aber bestimmt des Ortes verwies, mehrmals. Denn ich habe es mehrmals versucht, doch es blieb dabei: keine Fotos bitte! Zumindest nicht mit einer richtigen Kamera. Das Café Majestic war ebenfalls verbotenes Terrain für mich, genau wie die Livraria Lello: kein Zutritt mit Fotoausrüstung! Damen mit Handtäschchen und Handys sind offenbar bessere Gäste als ich. Ich finde das unverschämt, und es macht mich immer wieder wütend, aber nach einer Weile schüttele ich die Enttäuschung ab: Ich gehe also doch lieber wieder raus in die Natur!